Pädagogisch-therapeutischer Ansatz

Bild 1 paedagog. AnsatzMeiner Erfahrung nach sind die Übergänge zwischen Pädagogik und Therapie beim Umgang mit dem Pferd und dem Reitenlernen oft fließend. So manches Kind kommt mit einer therapeutischen Indikation zu mir, die es dann über Fleiß, Motivation und Einfühlungsvermögen wettmacht, während daneben auch ein gesundes und sportliches Kind Probleme damit haben kann, sich auf das Lebewesen Pferd wirklich einzulassen. Letztendlich treffen sich die beiden dann möglicherweise in der gleichen Reitstunde, was man dann auch als integrative Gruppe bezeichnet.

 

Reitenlernen besteht aus unzähligen Kleinigkeiten, die alle gleichermaßen wichtig sind und einen guten Reiter auszeichnen. Zum einen muss der Reiter eine Körpersprache erlernen, die das Pferd verstehen kann, und zum anderen muss er die „Aussagen“ des Pferdes verstehen lernen. Dazu gehört Geduld, Einfühlungsvermögen, scharfes Beobachten, Technik, Selbstkontrolle, Gelassenheit, Hinterfragen von Misserfolgen, eine Portion Humor… Dann gibt es eine große Palette an reiterlichen Einwirkungsmöglichkeiten, die je nach Pferd und Situation sehr präzise abgestimmt, getimt und kombiniert werden müssen. Oft hat Reiten auch gar nichts mit Reiten zu tun, sondern mit Konzentration, Überblick, Situationseinschätzung, Reaktionsvermögen, Klarheit der Gedanken, Präsenz und der Fähigkeit, die Welt aus dem Blickwinkel eines anderen Lebewesens wahrzunehmen.

All diese Aspekte bieten unzählige Ansatzpunkte für die Arbeit mit Menschen, egal welchen Alters, egal ob mit oder ohne Behinderung oder irgendeiner therapeutischen Indikation.Bild 2 paedagog. Ansatz-13

Ich denke die Pferde sind deshalb bei uns, um uns zu helfen bessere Menschen zu werden. Das erlebe ich selbst tagtäglich in meiner Arbeit mit den Pferden.

Der Unterschied zwischen Therapie und Reitunterricht ist für mich v.a. eine Frage der Sichtweise. Die einen kommen zum Reitenlernen und optimieren nebenbei ihr Verhalten, lernen sich selbst besser kennen, erfahren Präsenz und Klarheit. Die anderen kommen zur Therapie und lernen nebenbei auch noch reiten.

Es ist mir sehr wichtig, dass die Achtung vor dem Pferd, sowie eine gewaltfreie und ehrliche Grundhaltung des Menschen immer vor dem Erlernen von Technik und der Forderung nach Leistung steht. Die Pferde schulden uns nichts. Wenn der Mensch erwartet, dass das Pferd mit ihm arbeitet, muss er sich so verhalten, dass das Pferd gerne mit ihm arbeitet. Ein harmonisches Miteinander entsteht, wenn beide Parteien Spaß aneinander haben.

 

Bild 3 paedagog. Ansatz-9Gewalt beginnt wo Wissen endet.

Nach diesem Motto bemühe ich mich, meine Mitarbeiter, meine Reitschüler und selbstverständlich auch mich selbst für den Umgang mit den Pferden und die reiterliche Arbeit fit zu machen. Wenn man sich einmal genau beobachtet, stellt man fest, dass Gewalt (in welcher Form auch immer) tatsächlich immer dann entsteht, wenn man sich überfordert fühlt, keine bessere Lösung parat hat, man also nicht mehr weiter weiß.

Es gibt viele gute Reiter und es gibt viele gute Pädagogen. Ein gewisses Manko herrscht immer noch bei pädagogisch gut geschulten Reitlehrern. Diese Lücke möchte ich helfen zu schließen, indem ich Reitunterricht anbiete, der sowohl den Menschen pädagogisch als auch den Pferden fachlich gerecht wird.

 

Voltigieren als TherapieBild 4 paedagog. Ansatz-2

Verbesserung von

  • Motorik & Koordination
  • Konzentration & Durchhaltevermögen
  • Körperhaltung & Muskeltonus
  • Wahrnehmung & Selbsteinschätzung
  • Umgang mit Mut & Angst
  • Sprachverständnis (Umsetzung von Sprache in Bewegung)

 

Freies Reiten als Förderung

  • Wissen und Finden des eigenen Weges
  • Raumorientierung, Wahrnehmung des Selbst im Raum
  • Die eigene Vorstellung positiv formulieren: nicht den Pferdepo vor sich sehen und denken nein, da will ich doch nicht hin, sondern die Lücke sehen und denken, ja, da will ich hin. Nicht das Gras am Wegrand sehen und fürchten, dass das Pferd frisst,sondern den Weg vor sich sehen. Positives Denken.
  • Das alles beginnt am Boden (eigener Weg, Raum, positive Formulierung, Führung übernehmen und gewaltlos durchsetzen)
  • Sich einlassen auf ein anderes Wesen, Wissen/Spüren, was das Pferd vorhat, sich damit einverstanden erklären oder sich dagegen entscheiden
  • Hohe Konzentration auf jeden Schritt des Pferdes, ständige Rückfrage, wer wen wohin bewegt
  • Naturerleben beim Ausritt
  • Selbsteinschätzung, was kann ich, was kann ich nur mithilfe dieses Pferdes, was würde ich gerne können, was muss ich dafür tun
  • Unfallvermeidung, der Umsichtige reitet sicher anstatt schnell, nur wer Bremse und Lenkung bedienen kann, kann auch gefahrlos Gas geben

letzte Aktualisierung

Sonntag 16 Oktober 2011, 17:27
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